CHANGE THE GRID
Andreas Rundmund erschafft Bilder, die sich jeder eindeutigen Zuordnung entziehen. Ist es Fotografie? CGI? KI-generiert? Ein Hybrid aus allem? Diese Frage bleibt bewusst offen – und genau darin liegt die Kraft seiner Arbeit.

Jedes Motiv durchläuft einen komplexen, vielschichtigen Prozess: Intuition trifft auf systematische Iteration, analoge Quellen verschmelzen mit digitalen Workflows, Materialbibliotheken werden neu orchestriert. Eine Arbeit kann eine einzige Version durchlaufen oder hundert. Das Ergebnis ist präzise kuratiert, mit der Absicht, ein Geheimnis zu bewahren.

Über zwei Jahrzehnte hat Rundmund sein Handwerk an der Schnittstelle von Fotografie, CGI und künstlicher Intelligenz perfektioniert. Bereits 2009 setzte sein Digital-Studio PB/S Maßstäbe mit hyperrealistischen CGI-Interior-Visualisierungen – Bilder, die ästhetisch und technisch über jeden Zweifel erhaben waren und internationale Anerkennung fanden.

Heute kombiniert und experimentiert Rundmund mit kompromissloser Konsequenz. Für maximale Homogenität seiner Serien entwickelt er eigene KI-Modelle und Expertensysteme. Analoges Material wird digitalisiert, neu komponiert, partiell wieder abfotografiert und schließlich mit raffinierten Drucktechniken zum Unikat transformiert. Der Kreis schließt sich: Digital wird analog, analog wird digital.

Seine Bildserien sind mehr als technische Meisterleistungen. Sie sind visuelle Untersuchungen an den Grenzen dessen, was Bild heute bedeuten kann. In einer Ära, in der die Trennlinie zwischen Realem und Konstruiertem zunehmend verschwimmt, schafft Rundmund bewusst Ambivalenz – nicht als Schwäche, sondern als ästhetisches Programm.

Was entsteht, sind Serien, die so zuvor nicht existierten. Bilder, die Fragen stellen, statt Antworten zu geben.
Andreas