Ehrliche Photographie

Was bedeutet „ehrliche Photographie“ für mich?

In Zeiten der digitalen Bildmanipulation ist das Medium Photographie weit davon entfernt, die Realität abzubilden. Nicht nur kleinere Makel können problemlos entfernt werden. Die Bildmanipulation geht so weit, dass das Ergebnis mit dem Ausgangsprodukt nichts mehr zu tun hat. Dem möchte ich mich mit meinen Arbeiten entgegenstellen.

Das bedeutet nicht, dass ich die Möglichkeiten der Bildbearbeitung vollkommen ablehne. Ich setze sie nur sehr kontrolliert und bewusst ein. Photoshop ermöglicht es mir, Bilder so zu bearbeiten, wie ich sie gesehen habe. Als die Fotografen noch analog arbeiteten, gelang es auch nur sehr selten, Bilder mit nur einer Belichtung des Papiers ( oder des Dias ) zu erstellen. Die Verteilung von Lichtern und Dunkelheiten, die Einstellung des Kontrastes und die Abstimmung der Gradation sind die wesentlichen Grundeinstellungen. Lichter und Dunkelheiten stelle ich zum größten Teil partiell ein – um den Blick des Betrachters an die Stelle des Bildes zu lenken, die meiner Ansicht nach die größte Aufmerksamkeit verlangt. In der Dunkelkammer habe ich früher die Bilder an verschiedenen Stellen unterschiedlich lang belichtet. Das habe ich mit vielen mechanischen Hilfsmitteln getan, heute nutze ich Photoshop. Im Grunde hat sich bis auf die eingesetzte Technik nichts verändert. Das einzige was immer gezählt hat und immer zählen wird ist das Bild.