Das Leben mit 50

Mein 50er Geburtstag.

Gestern Morgen bin ich mit 50 Jahren auf der Lebensuhr aufgewacht. Ich konnte mich sofort an meinen Namen erinnern – erleichtertes Aufatmen. Ein Blick auf den neben dem Bett stehenden Wecker ließ mich sofort die zeitliche Orientierung finden – erneutes Aufatmen. Der Ort, wo mein Bett sich befand ist mir auch sofort eingefallen – Erleichterung. Zudem wusste ich sofort, dass es mein Geburtstag war – der 13.05 – situativ orientiert – bis jetzt alles bestens.
Beim Versuch, aus dem Bett aufzustehen zeigten sich keinerlei Beeinträchtigungen, die Mobilisation gelang sofort, wenn auch mit leichten Rückenschmerzen. Ich war aber der Meinung, dass dies kein Anzeichen von altersbedingter Gebrechlichkeit sei – so konnte ich weiterhin erleichtert sein.
Das Gehen zum Bad war nicht beschwerlicher als sonst und wurde von mir ohne die Unterstützung von Hilfsmitteln abgeleistet.
Der folgende WC- Gang verlief vollkommen unproblematisch und ich konnte ohne die Hilfe dritter Personen das tun, was man auf dem WC so tut. Im Nachgang stellten sich keinerlei Zeichen von Inkontinenz ein – eine drohende Obstipation kann ich an dieser Stelle ebenfalls ausschließen.
Die morgendliche Prozedur der Reinigungstätigkeiten, die für gewöhnlich als Selbstpflegemassnahmen bezeichnet werden, wurden von mir gemeistert, ohne einen ambulanten Pflegedienst hinzuzuziehen. Das Ankleiden verlief in der richtigen Reihenfolge und ohen Probleme.
Beim Gang in die Küche rutsche ich leicht auf dem noch feuchten Badezimmerfussboden aus, konnte mich aber einwandfrei abfangen – somit waren die posturalen Reflexe immer noch vollkommen in Ordnung. Bis jetzt konnte ich eine durchweg positive Bilanz des Tages ziehen.
Das Gespräch mit meiner Frau verlief ohne Wortfindungsstörungen oder gar Aphasien meinerseits. Das klappt also auch noch, dachte ich.
Nahrungsaufnahme und Flüssigkeitsaufnahme verliefen störungsfrei und ohne die ersten Anzeichen von Schluckstörungen – ich beaobachtete jeden Schluckvorgang und achtete auf Räuspern oder gar Husten, aber nichts dergleichen geschah.
Im weiteren Verlauf des Tages konnte ich keinerlei Einschränkungen in den Aktivitäten des täglichen Lebens feststellen. Auch das Feiern am späteren Abend gelang vollkommen störungsfrei. Bier- trinken klappte prima, Unterhaltungen konnte ich sehr gut folgen – wenn mein Gegenüber noch dazu in der Lage war.
Auch die Nacht brachte keine nenneswerten Störungen mit sich.
Und so beschloss ich den Tag mit dem Gefühl, noch einmal davongekommen zu sein.

Vielen Dank an alle, die mir gestern zum Geburtstag gratuliert haben. Ich habe mich sehr gefreut. Und ja, es gibt ein Leben nach der Vollendung des fünfzigsten Lebensjahrs.

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